Kreuzfahrtrouten in Europa – Teil 2: Ostsee

Raues Land im tiefem Osten: Kiel und zurück

Im zweiten Teil unserer Reihe geht es tief in den Osten Europas. Von Kiel aus steuert unser Schiff Kopenhagen an. Die Hauptstadt Dänemarks gehört zu den bedeutendsten Metropolen in Nordeuropa. Interessanter Fakt: Die heutige Stadtlandschaft Kopenhagen wurde nach dem Fingerplan-Prinzip von dem dänischen Architekten Peter Bredsdorff angelegt. Soll heißen, das Wachstum der Stadt konzentrierte sich ab 1947 vom Zentrum (Handballen) aus in fünf Richtungen (Fingern). Somit wurde die Ausbreitung der Stadt in alle Richtungen verhindert, und die Grünflächen zwischen den „Fingern“ konnten erhalten werden.

Kopenhagen ist bekannt für zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Kreuzfahrer, die eine Besichtigung planen, sollten bei einem Landausflug nach Kopenhagen die Meerjungfrau-Tour unbedingt in Betracht ziehen. Hier wird man nämlich direkt am Hafenpier der Kreuzfahrtschiffe abgeholt, und von dort aus besteht die Möglichkeit mit dem Bus alle Sehenswürdigkeiten, von der kleinen Meerjungfrau bis zum Schloss Amalienborg und dem Gefion Brunnen, zu besichtigen.

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Gefion Brunnen by Christian Salzburg  / pixelio.de

Somit werden die lästigen organisatorischen Dinge, wie bspw. unterschiedliche Tickets für Bus und Bahn buchen usw., überflüssig und keine wertvolle Besichtigungszeit geht verloren. Insgesamt dauert die gesamte Fahrt ca. 60 Minuten, jedoch hat man stets die Möglichkeit bei den zahlreichen Haltestellen ein- und auszusteigen. Das Ticket ist den ganzen Tag beliebig nutzbar.

Genug Zeit in Dänemark verbracht! Die Reise geht weiter, nämlich ins benachbarte Schweden. Unser Schiff läuft in Stockholm ein, eine der ältesten und größten Städte Skandinaviens. Stockholm hat eine Besiedlungsgeschichte, die ca. 700 Jahre zurückreicht. Dementsprechend prachtvoll erscheint die Altstadt bei mildem Spätsommerwetter. Wer auf dem Schiff zu wenig Bewegung hatte und überhaupt einmal wieder körperlich aktiv sein will, dem sein bei einem Landausflug nach Stockholm die Radtour ans Herz gelegt. Dort hat man die Möglichkeit die drittgrößte Insel Stockholms, den Djurgården, auf Deutsch Tiergarten, per Fahrrad zu erkunden. Der Tiergarten ist bis 1809 ehemaliges, königliches Jagdgebiet, jedoch wird er heutzutage als Naherholungszentrum und Park genutzt. Während der Radtour besteht die Möglichkeit unter anderem das Vasa-Museum zu besuchen.

Vasa-Museum by ems74  / pixelio.de

Vasa-Museum by ems74 / pixelio.de

Das Vasa-Museum ist ein maritimes Museum im Tierpark und nebenbei das meist besuchteste Museum in Skandinavien. Dort wird die Vasa ausgestellt, ein Kriegsschiff aus dem Jahren 1628, dass während der Jungfernfahrt sank. Das Schiff, welches im Jahre 1961 wieder geborgen wurde, enthält ganze 700 beeindruckende Schnitzereien, die den Gegnern Angst und Schrecken einflößen sollten.

Wir verlassen wieder Stockholm, und wenden wir unsere Blicke gen Osten. Nächster Zielort: Tallinn, die Hauptstadt Estlands. Und Tallinn ist jede Reise wert, denn die UNESCO bezeichnete die Altstadt als „außergewöhnlich vollständiges und gut erhaltenes Beispiel einer mittelalterlichen nordeuropäischen Handelsstadt“ und wurde 1997 in die Liste der Weltkulturerben hinzugefügt. Die Stadtführerin Margit hat Ihnen 10 Insidertipps für Tallinn, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten, zusammengestellt.  

Olaikirche und Türme der Stadtmauer by Katharina Wieland Müller  / pixelio.de

Olaikirche und Türme der Stadtmauer by Katharina Wieland Müller / pixelio.de

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zählen in Tallinn unter anderem die 2,35 km lange Stadtmauer und die weiteren Befestigungsanlagen. Die Kanonentürme, wie die „Dicke Margarethe“ und dem „Kiek in de Kök“, was übersetzt „in die Küche gucken“ bedeutet , eine Anspielung auf die Höhe des Turms, von dem man direkt in die Küchen der Bürger schauen kann, sind stumme Zeugen dafür, dass Tallinn einst zu den best befestigsten Städten im Mittelalter gehörte. Tallinn hat aber viel mehr zu bieten als Historik. Kreuzfahrer, die mehr Interesse an der Natur als an Geschichte haben, den sei bei einem Landausflug nach Tallinn die Wanderung im Nationalpark Lahemaa empfohlen. Der Park Lahemma wurde 1971 von der Sowjetunion gegründet, und bietet Zuflucht für zahlreiche bedrohte Tierarten, wie beispielsweise dem Seeadler und dem Nerz. Zusätzlich zu der Wanderung gibt es eine Stärkung in Form von Kaffee und Kuchen auf einem Ökobauernhof. Kreuzfahrer können direkt vom Hafen mit dem Auto abgeholt werden. Die Fahrtkosten sind im Preis inbegriffen.

Russland ist das letzte Ziel auf der Route. Unser Kreuzfahrtschiff legt im Hafen von Sankt Petersburg an. Interessanter Fakt: In knapp 75 Jahren wechselte die Stadt drei mal ihren Namen. Im Jahre 1914 von Sankt Petersburg zu Petrograd, dann, im Jahr 1924, zu Leningrad und schließlich 67 Jahre später wieder zurück in den Namen Sankt Petersburg. Die ehemalige Hauptstadt des russischen Kaiserreichs ist mit seinen 2.300 Schlössern, Prunkbauten und Palästen verdient Weltkulturerbe der UNESCO.

Bei einem Landausflug nach Sankt Petersburg kann unser Guide Olga euch direkt am Hafen abholen und eine individuelle Tour, ganz nach euren Wünschen bieten. Dabei kann die Tour verlängert bzw. verkleinert werden, je wie lange das Kreuzfahrtschiff im Hafen liegt. Die studierte Germanisten ist geborene Sankt Petersburgerin und ist somit bestens mit der Stadt und deren Geschichte vertraut. Da Sankt Petersburg eine so große Anzahl an Sehenswürdigkeiten hat, kann Olga eine Auswahl von verschiedenen Tourmöglichkeiten bieten. Einen Besuch wert ist beispielsweise der bekannte Katharinenpark, der im 25 km weit entfernten Puschkin liegt, und den Katharinenpalast beherbergt. Dort gibt es eine ganz besondere Attraktion: Eine Rekonstruktion verschollenen Bernsteinzimmers, welches nach dem Ende des 2. Weltkriegs verscholl.

Auferstehungskathedrale by Jürgen Mala  / pixelio.de

Auferstehungskathedrale by Jürgen Mala / pixelio.de

Aber nicht Paläste und Schlösser sind die Besichtigungen wert. Sogar die Metrostationen gleichen kleinen Kunstwerken, wie bspw. die Metrostation Awtowo. Die Metro in Sankt Petersburg, eröffnet im Jahre 1955, und zählt zu den tiefsten U-Bahnen der Welt.

Aber dies ist nur ein Bruchteil davon, was die Stadt zu bieten hat. Es gibt unglaublich viel zu entdecken!

Sankt Petersburg war die letzte Station der Reise, und das Schiff steuert die heimischen Gefilde Kiels an. Fall noch weitere Anregung über die Möglichkeiten in Osteuropa gewünscht werden, so sind diese auf unserer Übersichtskarte für Landausflüge in Ost-&Mitteleuropa zu finden.

Wir wünschen eine gute und entdeckungsreiche Reise.

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